Erinnert ihr euch noch an den „Epstein Files Transparency Act“, den Trump im November 2025 unterschrieben hat? Die große „Alles kommt ans Licht“-Show? Tja. Heute ist Stichtag. Das DOJ (Department of Justice) unter Pam Bondi und Todd Blanche hat geliefert..+2
Und mit „geliefert“ meine ich: Sie haben uns einen riesigen Haufen Heu vor die Tür gekippt, in dem wir jetzt die Nadel suchen dürfen, während sie die Magnete vorher entfernt haben.
Hier ist die Analyse des offiziellen Compliance-Schreibens, das heute rausging. Setzt euch lieber.
Die „Quantität statt Qualität“-Strategie
Das DOJ brüstet sich damit, 3,5 Millionen Seiten rauszuhauen. Allein heute kommen 3 Millionen Seiten, 2.000 Videos und 180.000 Bilder. Klingt geil? Ist es nicht. Sie geben offen zu, dass sie „vorsorglich über-gesammelt“ (over-collecting) haben. Das ist Behördensprech für: „Wir fluten euch mit irrelevantem Müll, Duplikaten und Verwaltungskram, damit ihr die brisanten Mails nicht findet.“ +2
Die 200.000-Seiten-Lücke (Der eigentliche Skandal)
Jetzt kommt der Hammer. Was fehlt? Ganze 200.000 Seiten wurden komplett zurückgehalten oder geschwärzt. Begründung? „Privilegien“. Konkret:
- Deliberative Process Privilege: Damit man nicht sieht, wie Entscheidungen getroffen wurden.
- Attorney-Client Privilege: Anwaltsgeheimnis.
- Work-Product Doctrine: Arbeitsunterlagen.
Mit anderen Worten: Alles, was interne Kommunikation der Regierung oder der Verteidigung betrifft, bleibt schön im Dunkeln. Transparenz my ass.
Die „Mein Hund hat die Hausaufgaben gefressen“-Ausreden
Es wird noch absurder. Man sollte meinen, das DOJ hat Ressourcen. Aber lest euch mal diese Ausreden für fehlende Dokumente durch:
- „Wir sprechen kein Ausländisch“: Es gab Dokumente in Fremdsprachen. Da es für die Reviewer „nicht praktikabel“ war, festzustellen, ob das Zeug relevant ist, haben sie es einfach nicht veröffentlicht. Kein Witz. Das mächtigste Justizministerium der Welt scheitert an Google Translate.
- „Datei kaputt“: Einige Dateien konnten wegen „technischer Probleme“ nicht auf die Plattform geladen werden. Also wurden sie auch nicht geprüft und nicht veröffentlicht. Digitalisierung in Deutschland lässt grüßen.
Pornographie & Zensur
Die Files enthalten sexuell explizites Material, das laut Gesetz veröffentlicht werden muss. Aber: Um Opfer zu schützen, wurde alles geschwärzt, was weibliche Personen zeigt. Der Lacher dabei: Sie haben sogar kommerzielle Pornos geschwärzt, die auf Epsteins Geräten waren, weil sie „nicht bestätigen konnten“, dass die Darstellerinnen keine Opfer waren. Wir bekommen also zensierte Pornos serviert, statt Namen von Mittätern. Prioritäten!+2
Die Zivilklagen-Falle
Ein riesiger Teil der Dokumente stammt aus einer Anwaltskanzlei im Rahmen des Maxwell-Prozesses. Das Problem: Die unterliegen noch „Protective Orders“ aus Zivilprozessen oder Grand Jury Geheimhaltung. Das DOJ hat zwar Anträge gestellt, das Zeug freizugeben, aber solange der Richter im SDNY (Southern District of New York) nicht nickt, sehen wir davon nichts.+2
Fazit
Über 500 Anwälte haben da drüber geschaut. Es gab mehrere „Review-Level“. Das Ergebnis ist ein bürokratisches Monster, das so tut, als wäre es Transparenz. Sie haben sogar extra E-Mail-Adressen eingerichtet, falls Opfer sich beschweren wollen, dass zu wenig geschwärzt wurde , und geben zu, dass bei der Menge an Daten „Inkonsistenzen“ bei den Schwärzungen unvermeidbar sind.+4
Das ist kein „Transparency Act“. Das ist eine Beschäftigungstherapie für Journalisten und OSINT-Leute, während die wirklichen Namen vermutlich auf den 200.000 „privilegierten“ Seiten stehen oder „leider technisch nicht lesbar“ waren.
Happy Digging!
